Step Zero
Der erste Schritt für Aufgaben, bei denen du nicht weißt, wo du anfangen sollst.
75 % der Teilnehmenden meiner Umfrage (15 von 20) schieben Aufgaben auf, weil sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Genau hier setzt die App an.
Step Zero liefert diesen ersten Schritt im Moment der Blockade und gibt das Zerlegen von Aufgaben nach und nach an die Nutzer zurück.
Menschen sind nicht faul. Ihnen fehlt der erste Schritt.
Je nach Studie prokrastinieren 7 bis 14 % der Bevölkerung so stark, dass eine Behandlung sinnvoll wäre. In meiner Umfrage war ein unklarer Anfang der häufigste Auslöser, noch vor langweiligen oder überfordernden Aufgaben.
Die Interviews zeigten ein zweites Muster: Menschen flüchten in „produktive“ Ersatztätigkeiten wie Putzen, E-Mails oder Bewerbungen, während die aufgeschobene Aufgabe immer wieder in den Kopf kommt. Am stärksten betroffen sind Studenten und junge Erwachsene mit großen, unstrukturierten Aufgaben und fernen Deadlines.
15 von 20
nennen „der Anfang ist unklar“ als Auslöser fürs Aufschieben.
Onlineumfrage, n = 20
20 von 20
denken mindestens einmal am Tag an die vermiedene Aufgabe.
Onlineumfrage und Interviews
Ich wusste einfach nicht, wo ich anfangen soll.
Onlineumfrage und Interviews
Ein Geschäftsmodell, das Nutzer gehen lassen will.
Nutzerbedürfnis: Mit einer Aufgabe anfangen, auch ohne zu wissen, wo.
Geschäftsziel: Nachhaltiger Umsatz aus Abos und Lizenzen für Institutionen, ohne Werbung und ohne Datenverkauf.
Der Konflikt: Abos leben meist davon, dass Menschen bleiben. Step Zero ist so gebaut, dass sie gehen können.
Die Lösung: Institutionen zahlen pro Platz und sehen nur zusammengefasste Daten, der Umsatz hängt also nicht davon ab, wie lange jemand bleibt. Einzelpersonen zahlen nur so lange, wie sie die App brauchen. Erfolg wird daran gemessen, wie oft Nutzer ihre Aufgabe tatsächlich anfangen.
Die Daten haben den Fokus verschoben.
Von „unangenehm“ zu „unklar“
Meine erste Hypothese: Menschen schieben Aufgaben auf, weil sie sie unangenehm finden. Interviews und Umfrage zeigten etwas anderes: Ein unklarer Anfang war der häufigste Auslöser. Aus einem emotionalen Problem wurde ein strukturelles. Und Strukturen lassen sich gestalten.
(öffnet in voller Größe in neuem Tab)Clustering der Erkenntnisse aus Interviews, Umfrage und Desk Research in Miro. „Der Anfang ist unklar“ tauchte in allen drei Quellen auf. Abschied von sozialer Verbindlichkeit
Nach den Interviews deutete alles auf soziale Verbindlichkeit: die Bibliothek, ein Videocall-Buddy, Body Doubling. Die Umfrage sah das anders. Deshalb habe ich den Anfang selbst ins Zentrum gestellt.
Interviews legten nahe
Soziale VerbindlichkeitArbeiten an öffentlichen Orten war für die meisten nicht wirksam. Nur 5 von 20 bewerteten es als wirksam, 8 sagten, es habe gar nicht geholfen.
Umfrage zeigte
Die Umgebung vorbereiten
Mehrfach mit 4 und 5 bewertet, stärkste Strategie in den Daten.
Gestaltet für „die Blockierten“
Zwei Segmente stachen heraus: die Blockierten, die am Anfang scheitern, und die Druckabhängigen, die erst loslegen, wenn Panik aufkommt. Ich habe mich für die Blockierten entschieden, weil ihr Auslöser am häufigsten genannt wurde und sich strukturell lösen lässt.

Alexander, 24
Masterstudent, schreibt seine Abschlussarbeit
Problem Statement: Alexander braucht einen Weg, große Aufgaben in einen greifbaren ersten Schritt zu übersetzen, weil er ohne diese Klarheit ins Vermeiden statt ins Handeln gerät.
Die Blockade auflösen.
Menschen wissen, was zu tun ist, aber nicht, was der erste Schritt ist.
Zwei Dinge machen den ersten Schritt schwer erkennbar:
Die Aufgabe wirkt so groß, dass kaum zu sehen ist, wo man anfangen soll.
12 von 20 in der Umfrage
Schrittansicht: Immer nur ein Schritt. „Der Schritt war zu groß“ macht ihn noch kleiner.
Die Aufgabe hat keine klare Struktur, also gibt es keinen offensichtlichen Einstieg.
Hentsch, National Geographic, 2020 (öffnet in neuem Tab)
Klärungsfrage: Die App wählt den Einstieg gemeinsam mit dem Nutzer.
Eine App, die sich selbst überflüssig macht
Jede To-do-App und ChatGPT können heute eine Aufgabe zerlegen. Schwer zu kopieren ist der schrittweise Rückzug der Hilfe: Über vier Stufen wandert das Zerlegen von der App zum Nutzer.
Idee A
KVT-Kurs
Fünf Module über fünf Wochen.
Idee B
Vorbeugendes Zerlegen
Teilt jede Aufgabe direkt beim Anlegen auf.
Gewählt
Starthilfe auf Zeit
Ein Schritt im Moment der Blockade, danach zerlegst du Aufgaben nach und nach selbst.
Ein Screen, ein Schritt.
Step Zero ist für den Moment des Anfangens gebaut. Jeder Screen macht genau eine Sache, und die Größe der Aufgabe bleibt unsichtbar, bis du schon in Bewegung bist.
Klappt nicht
Wenn ein Schritt nicht klappt, bietet die App einen kleineren an.

Für heute fertig
Aufhören endet ohne schlechtes Gewissen. Der nächste Schritt steht schon fest. Lerneinheiten erscheinen, wenn sie zu dem passen, was der Nutzer gerade getan hat, wie hier nach dem Aufhören.

Der ganze Ablauf zum Durchklicken.
Mit dem Klick lädt der Prototyp von Figma, dabei werden Daten an Figma (USA) übertragen. Datenschutzerklärung
Hat der erste Schritt gehalten?
Meine riskanteste Annahme
Ein ausreichend kleiner erster Schritt genügt, um die Blockade zu lösen.
Das Risiko: Wenn eigentlich Perfektionismus oder die Angst vor Bewertung dahintersteckt, fängt Alexander selbst mit dem perfekten ersten Schritt nicht an.
Ich habe den Hi-Fi-Prototyp persönlich mit einer Person aus der Zielgruppe getestet, mit der Think-Aloud-Methode. Das Szenario: ein Zimmer voller Umzugskartons ausmisten, eine typische Aufgabe ohne klaren Anfang.
Was ich gemessen habe
Äußert die Testperson in der Schrittansicht eine konkrete Handlungsabsicht, etwa „Dann würde ich den ersten Karton öffnen“?
Im Test sagte der Teilnehmer, dass er den ersten Schritt gehen würde. Bei einer Testperson ist das nur ein erstes Zeichen.
Was der Test gezeigt hat und was ich geändert habe


Beobachtungen
- Der Teilnehmer erkannte die Karte nicht als Weg zurück in die begonnene Aufgabe.
- Der Teilnehmer las den Schrittzähler als Teil der Überschrift.
Lösungen
- Die Überschrift „Weitermachen“ kennzeichnet die Karte als Weg zurück in die Aufgabe.
- Ein klarer Button „Fortsetzen“ ersetzt den kleinen Link „Starten“.
- Der Schrittzähler steht jetzt nicht mehr unter der Begrüßung, sondern über dem Button „Neue Aufgabe“.
Außerdem versuchte der Teilnehmer, durch das Onboarding zu wischen. Das unterstützte der Prototyp nicht, also habe ich Wischgesten ergänzt. Als Nächstes würde ich die neue Karte mit einem Fünf-Sekunden-Test und einem First-Click-Test prüfen.
Gemessen wird der Anfang, nicht das Bleiben.
Startrate
Anteil der Sitzungen mit eingegebener Aufgabe, in denen der Nutzer mindestens einen Schritt als erledigt markiert.
Ein bewusster Ausstieg über „Klappt nicht“ oder „Für heute fertig“ ist ein gültiger Weg. Das eigentliche Warnsignal ist ein stiller Ausstieg ohne jede Aktion. Grenze: Die App sieht nur, dass ein Schritt als erledigt markiert wurde, nicht, ob er wirklich gemacht wurde. Die Kennzahl beruht also auf Selbstauskunft.
Zeit bis zum Start
Zeit vom Antippen von „Neue Aufgabe“ bis zum Absenden der Eingabe.
Allein kann die Zahl täuschen: Abgebrochene Eingaben fließen nicht in die Zeit ein. Deshalb messe ich zusätzlich, wie viele Eingaben abgebrochen werden. Eine kurze Zeit bei vielen Abbrüchen wäre kein Erfolg.
Was ich bewusst nicht messe: Retention, täglich aktive Nutzer, Streaks, Abschlussrate und NPS. Sie belohnen das Bleiben, und Step Zero ist so gebaut, dass man gehen kann.
KI im Produkt und in meinem Prozess.
Im Produkt
Der Kern von Step Zero ist eine KI-Funktion: Ein Sprachmodell macht aus einer vagen Aufgabe und zwei Antworten zum Antippen einen konkreten ersten Schritt. Tippt der Nutzer auf „Klappt nicht“, erzeugt es anhand des genannten Grunds einen kleineren Schritt.
Drei Designentscheidungen prägen sie:
- Vor dem ersten Schritt kommen zwei kurze Fragen zum Antippen, weil ein generischer Schritt Vertrauen zerstört.
- Jeder Grund für „Klappt nicht“ passt die Schrittgröße an diese Person an.
- Die Hilfe blendet sich über vier Stufen aus, bis Nutzer Aufgaben selbst zerlegen.
In meinem Prozess
Research: Perplexity half mir, Quellen zu finden, und Claude hat meinen Interviewleitfaden erweitert. Welche Quellen und Fragen bleiben, habe ich entschieden.
Synthese: Claude schlug erste Cluster aus Interviews, Umfrage und Desk Research vor. Die finalen Cluster und die Schlussfolgerungen kamen von mir.
Ideenfindung: Claude ergänzte meine Liste um Lösungsideen. Ich habe die Top 3 ausgewählt und die Wahl mit Daten aus der Research begründet.
Design: Claude Design und Figma Agents dienten als Inspiration, Nano Banana hat die Illustrationen erstellt. Jeden Screen habe ich selbst gestaltet.
Umsetzung: Claude Code hat dieses Portfolio aus meinem Figma-Design gebaut. Design, Inhalte und jede Freigabe blieben bei mir.
Was ich anders machen würde.
Interviews zeigen das Warum. Umfragen zeigen das Wie-oft.
Nach drei Interviews war ich sicher, dass soziale Verbindlichkeit der Schlüssel ist. Die Umfrage hat mich widerlegt. Seitdem prüfe ich ein Muster erst mit weiteren Daten, bevor ich eine Entscheidung darauf stütze.
Lücken in der Evidenz als Annahmen kennzeichnen.
Das Motivationsfeld meiner Persona war kaum durch Daten gedeckt. Ich habe es offen als Annahme gekennzeichnet.